Dr. Hindorf war ein Phytomediziner aus voller Überzeugung, dessen Leidenschaft für pflanzliche Krankheiten und ihre Bedeutung für die Landwirtschaft in jedem Gespräch spürbar war. Wissenschaftlich galt sein größtes Interesse neben den Krankheiten und Schädlingen der Kaffeepflanze der klimabedingten Vorhersage des Auftretens und der Entwicklung von Krankheitserregern, deren Bekämpfung mit Naturstoffen sowie der Mykotoxinproblematik bei Nutzpflanzen in tropischen und gemäßigten Klimazonen. Die Forschungsarbeiten erfolgten häufig in internationalen Kooperationen, insbesondere in Äthiopien und Kenia sowie im Nahen Osten.
Holger Hindorf engagierte sich auch in der universitären Selbstverwaltung, und war langjähriges Mitglied des Senats der Universität Bonn. Sein großes Fachwissen und seine Begeisterung für die Phytomedizin machten ihn zu einem geschätzten Ansprechpartner für Kolleginnen und Kollegen, und die Studierenden.
Er hat insbesondere internationale Studierende mit großer Herzlichkeit und Geduld unterstützte. Vielen von ihnen hat er mit seinem Engagement den Einstieg in Studium und Forschung erleichtert, u.a. im Studiengang ARTS der landwirtschaftlichen Fakultät, und sie in entscheidenden Momenten begleitet.
Dr. Hindorf arbeitete viele Jahre in Organisationen zur Förderung des Wissensaustauschs und der Kooperationen mit Ländern Afrikas und des Nahen Ostens mit und förderte diese Haltung auch an der Universität. Dazu gehörten auch die Organisation von Doktoranden-Exkursionen nach Israel, der Türkei, Ägypten, und Ostafrika sowie sein Engagement in der Deutschen Phytomedizinischen Gesellschaft, in der er langjährig Landessprecher Nordrhein-Westfalen und Vorsitzender des Arbeitskreises ‚Pflanzenschutz in den Tropen und Subtropen‘ war.
Sein Einsatz für die Ausbildung junger Menschen fand auch über das Institut hinaus Anerkennung. So würdigte ATSAF e. V. seinen langjährigen Beitrag zur entwicklungsorientierten Agrarforschung mit dem Ehrenpreis, insbesondere sein herausragendes Engagement in der Förderung und Begeisterung des wissenschaftlichen Nachwuchses.
Mit Dr. Hindorf verlieren wir einen engagierten Wissenschaftler und hochgeschätzten Kollegen, der durch seine Menschlichkeit und seine besondere Persönlichkeit eine Lücke hinterlässt. Seine Verbundenheit mit dem Institut und sein unermüdlicher Einsatz für die Studierenden und die Nachwuchsförderung werden in dankbarer Erinnerung bleiben. Unser Mitgefühl gilt seiner Familie und allen, die ihm nahestanden.