Einfach Mauern mit Hanfkalk

Tragfähige Mauersteine durch selektive Verdichtung

Hanfkalk gilt aufgrund zahlreicher ökologischer Vorteile als Baustoff mit Zukunftspotenzial. (1) Das Material bindet CO2 und hat herausragende klimaregulierende Eigenschaften. (2) Nach dem Stand der Technik kann es jedoch bislang lediglich für nichttragende
Zwecke wie die wärmedämmende Ausfachung von Skelettbauten verwendet werden. Das Projekt "Einfach mauern mit Hanfkalk" zielt darauf ab, CO2-bindende Steine aus Hanfkalk zu entwickeln, aus denen dämmendes Mauerwerk ohne zusätzliche Tragstruktur errichtet werden kann. Ausreichende Festigkeit und Steifigkeit soll durch selektive Verdichtung bei der Herstellung der Steine erzielt werden. Die hochverdichteten Zonen der Steine sollen ebenfalls aus mineralisch gebundener Biomasse wie Miscanthus und Pflanzenkohle bestehen. Diese Zusammensetzung soll es ermöglichen, die Reststoffe der Steine zu 100% für neue Produkte oder als Bodenhilfsstoff zu verwerten und so besonders viel Kohlenstoff über das Ende der Nutzungsdauer hinaus zu speichern. Das einstoffliche Design der Steine basiert auf der Strategie "einfach bauen", bei der monomaterielle Bauteile die Funktionen Tragfähigkeit, Dämmung und Winddichtheit erfüllen. Es ermöglicht eine einfache  erarbeitung von Maurern oder ungelernten Hilfskräften und stärkt somit das Marktpotenzial nachwachsender Rohstoffe im Baugewerbe. Im Rahmen der Förderung sind verschiedene Schritte geplant, darunter Laboruntersuchungen zu verschiedenen Mischungen von Biomasse und mineralischen Bindemitteln, die Entwicklung des Pressverfahrens zur Herstellung selektiv verdichteter Zonen, der Bau von Demonstrationswänden und umfangreiche Untersuchungen der mechanischen, bauphysikalischen und ökobilanziellen
Eigenschaften. Übergeordnetes Ziel des Projekts besteht darin, Prozesse für den Einsatz von schnell nachwachsenden Rohstoffen im Bereich des konstruktiven Mauerwerkbaus zu entwickeln und durch die Speicherung von Kohlenstoff einen Beitrag zur Eindämmung des Klimawandels zu leisten.

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© INRES Nawaro
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Kennzahlen

Laufzeit: 2024 - 2026

Fördermittelgeber: Bundesinstitut für Bau-, Stadt-. und Raumforschung 

Leitung: Prof. Dr. Arne Künstler (Fakultät für Architektur - Lehrgebiet für Tragwerkslehre, TH Köln)

Projektpartner: Fakultät für Bauingenieurwesen und Umwelttechnik - Lehrgebiet Baustoffe und Baustofftechnologie (TH Köln), Fakultät für Anlagen, Energie- und Maschinensysteme, Institut für Bau- und Landmaschinentechnik (TH Köln), INRES Nachwachsende Rohstoffe (Uni Bonn)


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Ralf Pude

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