Natürlicher Schutz vor Starkregen
MisKaRe untersucht, wie die mehrjährige Pflanze Miscanthus – auch als Chinaschilf bekannt – dazu beitragen kann, Starkregenfolgen zu mindern. Auf abflusssensiblen landwirtschaftlichen Flächen kann Miscanthus wie eine natürliche Retentionsbarriere wirken: Die Pflanze verlangsamt den Oberflächenabfluss, fördert die Wasseraufnahme des Bodens und kann so helfen, Erosion und Überflutungsrisiken zu verringern.
Das Projekt verbindet Klimaanpassung, Landwirtschaft und regionale Wertschöpfung. Denn Miscanthus schützt nicht nur Böden und Siedlungsbereiche vor den Folgen extremer Niederschläge, sondern liefert zugleich nachwachsende Rohstoffe für nachhaltige Produkte. Damit steht MisKaRe beispielhaft für naturbasierte Lösungen, die ökologischen Nutzen, praktische Umsetzbarkeit und wirtschaftliche Perspektiven zusammenbringen.
Geleitet wird das Projekt von Prof. Dr. Ralf Pude am Institut für Nutzpflanzenwissenschaften und Ressourcenschutz der Universität Bonn. Beteiligt sind außerdem die Arbeitsgruppe Ökohydrologie und Wasserressourcenmanagement der Universität Bonn, die Universität Freiburg sowie Praxispartner. Das Projekt wird aus Mitteln des EFRE.NRW gefördert.
Jetzt abstimmen
Der Bundespreis „Blauer Kompass“ wird in diesem Jahr zum zehnten Mal vergeben. Aus 488 Einreichungen wurden 25 Projekte für die Wettbewerbsrunde nominiert. Neben den Juryentscheidungen in den einzelnen Kategorien wird ein Community-Preis vergeben. Das Projekt mit den meisten Stimmen erhält ebenfalls 25.000 Euro Preisgeld.
Abgestimmt werden kann online beim Umweltbundesamt. Bitte unterstützen Sie MisKaRe und stimmen Sie bis zum 23. Juni 2026 für das Bonner Projekt „MisKaRe – Natürlicher Schutz vor Starkregen durch klimaangepasste Landwirtschaft“ ab. Jede Person hat eine Stimme und kann einmal mit ihrer E-Mail-Adresse am Voting teilnehmen.
Abstimmungslink: https://www.umweltbundesamt.de/form/voting-blauer-kompass
Bitte anschließend den Link in der Antwortmail vom Umweltbundesamt bestätigen (dann erst zählt die Stimme)!
Kurzbeschreibung des Projekts MisKaRe
Das dreijährige Forschungsprojekt MisKaRe untersucht, welchen Beitrag Anbauflächen mit der Dauerkultur Miscanthus zum Hochwasserschutz leisten können. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie stark solche Flächen bei Starkregen Wasser zurückhalten, Oberflächenabfluss verringern und damit Hochwassergefahren reduzieren können. Dafür werden Testflächen im Einzugsgebiet der Erft analysiert und die Abflussbildungsprozesse sowie Retentionspotenziale quantifiziert. Zugleich betrachtet das Projekt die Nutzung der gewonnenen Biomasse in regionalen Wertschöpfungsketten und verbindet damit Klimaanpassung, Landwirtschaft, Umweltwirtschaft und Circular Economy.
Beteiligt sind unter anderem die Arbeitsgruppe Ökohydrologie und Wasserressourcenmanagement der Universität Bonn, der UNESCO Chair in Human-Water-Systems (Prof. Dr. Mariele Evers), die Professur Nachwachsende Rohstoffe der Universität Bonn unter Projektleitung von Prof. Dr. Ralf Pude, die Universität Freiburg sowie die Karodur Wirkteller GmbH. Gefördert wird MisKaRe mit insgesamt 1,7 Millionen Euro durch die EU und das Land Nordrhein-Westfalen im Rahmen des EFRE-Programms.